Wir haben es getan …

Heute Nachmittag erreichte mich ein Anruf (verkürzte Wiedergabe des Telefonats):

Anruferin: Lass mich zuerst ausreden, bevor du meckerst!
Ich: Was gibt’s?
Anruferin: Heute Abend spielt Angelo Kelly, der von der Kelly Family, im Schwimmbadclub. Ich habe zwei Tickets hierfür gewonnen und wollte fragen, ob du mit mir dorthin gehen möchtest. Von mir aus können wir auch schon nach 2 Minuten wieder gehen.
Ich: Ich bin dabei!

Um 21.30 Uhr sollte das Konzert starten. Unsere Tickets sollten wir bereits eine Stunde vorher abholen. Wir beide waren ziemlich überrascht, dass gar nichts los war. Keine Fans, keine kreischenden Mädels, keine Kellyfamily, … . Lediglich ein großer Tourbus stand direkt vorm Club. Kurze Zeit später sahen wir auch Angelo Kelly, schnackend mit zwei Mädels, vor jenem Tourbus stehen.
Das letzte Mal, als ich Angelo gesehen hatte, war ich circa zehn Jahre alt. Er auch. Damals sang er das Lied “An Angel” mit seinem engelsgleichen Stimmchen. Größer ist er nicht unbedingt geworden. Etwas dicker, ja. Seine Haare hat er seit dem Chart-Erfolg wohl nicht mehr geschnitten, sie reichen ihm heute ungefähr bis zum Poppes, sind also circa 30 cm lang, womit ich noch einmal erwähnen möchte, wie klein der Mann ist.

Der Raum war nicht sonderlich voll, vielleicht 70-150 Wesen. Größtenteils waren es seltsame Gestalten. Wer bitte bezahlt 18 Euro (achtzehn Euro - also rund 36 DM) für solch ein Konzert? Eben genau diese seltsamen Gestalten. Es war uns peinlich dort mittendrin zu stehen, aber wir wollten auch nicht einfach gehen. Es war doch irgendwie sehr packend die Menschen auf und vor der Bühne zu beobachten, gelegentlich mit dem Finger auf sie zu zeigen und zu lachen.
Auf meine Rufe und Bitten, doch das Lied “An Angel” zu spielen, reagierte Angelo Kelly nicht. Er spielte gar keine Stücke seiner Großfamilie, vielleicht aus rechtlichen Gründen.
Seine Band war gut, da gibt es nichts zu meckern. Seine Frau, die ebenfalls mit auf der Bühne stand und gelegentlich das E-Piano streichelte, wirkte teilweise etwas lustlos. Vielleicht war sie aber auch einfach nur müde. Angelo Kelly kann singen - gar keine Frage! Ob man diesen Gesang und seine Lieder aber auch hören möchte, wäre hingegen eine ernstzunehmende Frage.
Nach 90 Minuten war dann alles auch schon vorbei. 18 Euro für 90 Minuten? Na super!

Es war ein amüsanter Abend, den ich so schnell nicht vergessen werde. Ich hoffe nur, dass wir nicht von irgendwelchen Menschen erkannt wurden oder - noch schlimmer - in Zukunft irgendwann erkannt werden (Gemütliche Party. Plötzlich: “Hey, warst du damals nicht auf dem Angelo Kelly-Konzert in Heidelberg?” - “Ehm, nein… ehm … da musst du mich mit meinem Zwillingsbruder oder meinem Hund verwechseln…“).

Related Links:
Fotos vom Abend.
Angelo Kelly.

1 Kommentar zu “Wir haben es getan …”

Ich denke, du brauchst dir keine Gedanken zu machen, dass dich jemand erkennt. Das würde im Kopf der anderen Person etwa so ablaufen:
“Hey den hab ich schonmal gesehen… verdammt, ja, auf dem Konzert! Ogott hoffentlich erkennt der mich nicht, blos keine Aufmerksamkeit erwecken…”
Wenn du dann siehst, dass jemand rot wird und wegschaut, einfach grinsen. Dann bleibt das sicher ein Geheimnis ;)

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